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Lebendigkeit – Ein Leben lang

Eine Birke

im frischen Maiengrün wirkt vital und jugendlich. Schaust Du die Rinde genauer an, erkennst Du Spuren des Lebens, der Entwicklung: dunkle rissige Stellen. Wie lautet wohl das Lebenskonzept der Birke? Vielleicht, offen und flexibel mit den Anforderungen des Lebens umgehen. Birkenzweige und Blätter lassen sich auf das Spiel mit dem Wind ein. Flexibel reagieren sie auch auf stärkste Windböen. Verletzung ist möglich und gehört zum Wachstumsprozess.

Die Eiche

hat eine ganz andere Ausstrahlung. Fest und stark steht sie da. Dicke Borke schützt sie und stabile Äste halten Wind und Wetter stand. Jahrzehnte und Jahrhunderte ziehen an ihr vorbei. Scheinbarer Stillstand. Die Eiche steht für ein ganz anderes erfolgreiches Lebenskonzept als die Birke.

Der Mensch – Birke oder Eiche?

Wie ist es bei den Menschen? Manche erinnern mich eher an Birken, andere eher an Eichen. Ich glaube, wir Menschen werden „als Birke geboren“. Der Wind des Lebens fordert dann zu Entwicklung auf. Manche Menschen reagieren darauf nach und nach mit einem Strategiewechsel: sie entwickeln sich hin zu einem falsch verstandenen Lebenskonzept der Eiche: Muskeln verspannen, die Beweglichkeit nimmt ab, ebenso wie der Zugang zu den eigenen Emotionen. Auch der Geist wird unflexibler, ist nicht mehr offen für neue Ideen oder gar Visionen. Stillstand. Viele nennen das Alterung und halten es für unabwendbar. Nach dieser Definition kann Alter schon in der Kindheit beginnen.

Was erscheint mir an der Eiche hilfreich für den Menschen? Die Gelassenheit und Weisheit, dass alles seinen Weg geht und gut ist. Auf dieser Basis kann dann der Weg der Birke beschritten werden: offen sein für die Impulse des Lebens. Sich davon erreichen und verändern lassen. Wozu das Ganze? Vielleicht ist dies ein Weg hin zu mehr Lebendigkeit und zu innerem Frieden.

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