Beckenboden – klein aber oho

Welches ist Ihr erster Gedanke, wenn Sie Beckenbodengymnastik lesen? Inkontinenz? Ältere Dame?  Mann nach Prostataoperation? Rückbildungsgymnastik nach einer Geburt? Das sind wohl die häufigsten Antworten, aber sie erfassen nur einen kleinen Anteil des Themas und machen wenig Lust sich dieser Form von Gymnastik zu widmen. Neben dem reinen Gesundheitsaspekt, also Kontinenz, Abhilfe bei Gebärmuttersenkung, bei Kreuzschmerzen und Problemen mit der Halswirbelsäule, gibt es aber viele Aspekte, die Motivation liefern, den Beckenboden seinen Platz im Alltag zu geben.

Lebendigkeit und Lebenskraft

Im Becken liegt der Schwerpunkt unseres Körpers. In vielen Kulturen gilt es als Ort der inneren Mitte. Von dort aus steigt die Lebenskraft auf. Seine Beweglichkeit spiegelt unsere Lebendigkeit. Tanzen Sie also ruhig mal durch Ihre Wohnung, wenn Ihnen danach ist.

Tor zu intensiver Körperwahrnehmung

Diese kleine Muskelgruppe lässt sich nicht so einfach trainieren wie der Bizeps. Hier dürfen Sie erstmal auf Entdeckungsreise gehen: zwinkern Sie mit den Schamlippen, lassen Sie einen Ball auf dem Dammpunkt hüpfen, bewegen Sie Ihr Steißbein vor und zurück, lassen Sie es kreisen. Sprechen Sie „ooh“ oder „Ich“ und spüren Sie, wie es die Spannung im Beckenboden verändert. Spielerisch erfahren Sie Ihren Körper: durchgestreckte Knie schalten den Beckenboden quasi aus, Bauchatmung unterstützt ihn dagegen usw. Menschen, die anfangs ratlos sind, wie Sie diese Muskeln finden sollen, werden im Laufe der Zeit zu Virtuosen und werden immer sensibler für Zusammenhänge in Ihrem Körper. Das ist natürlich eine gute Basis um gesund zu bleiben, wirkt aber auch auf einen ganz anderen Bereich.

Der Beckenboden hat Einfluss auf Ihre Sexualtität

Eine erhöhte Sensibilität für Ihren Beckenboden beeinflusst das Erleben von Lust, kann die Tiefe des Orgasmus bei Frau und Mann intensivieren und kann Erektionsstörungen positiv beeinflussen.

Beckenboden als „Auffangbecken der Seele

Gerade bei Frauen können in den Faszien dieser Region viele unverarbeitete Emotionen und unangenehme Erlebnisse gespeichert sein. Es müssen gar nicht die eigenen sein. Hier wirken sich auch Erlebnisse der Vorfahren und das Kollektiv aus. Bekommt diese Körperregion Aufmerksamkeit, so kann sich vieles lösen. Vielleicht dauert es in diesem Fall etwas länger, bis eine Frau Zugang zu dieser Muskelgruppe findet und gegebenenfalls kann eine therapeutische Begleitung z.B in meiner Naturheilpraxis sinnvoll sein, um eine tiefgreifende Heilung zu ermöglichen.

Der Beckenboden – für mich spannender als Bizeps & Co. Aber auch diese werden im meinen Kursen „Beckenboden und mehr…“ trainiert.